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Projekt

Kinder der Herbart-SchuleSpie­lend Stär­ken we­cken

Die Kin­der, die Schü­ler ris­sen ihr Pu­bli­kum mit, sie fühl­ten sich schon wie die Pro­fis auf der Büh­ne, spiel­ten mit al­lem, was sie ge­lernt hat­ten, ob sie nun den Bauch­tanz vor­führ­ten, ei­nen Break­dan­ce zeig­ten, wie Ar­tis­ten turn­ten, auf In­stru­men­ten spiel­ten, ge­mein­sam san­gen, auf In­stru­men­ten spiel­ten oder Dia­lo­ge führ­ten. Nie­mals tauch­te beim Pu­bli­kum das Ge­fühl auf, ei­ne Schü­ler­auf­füh­rung zu be­su­chen, nie­mals hat­te man den Ein­druck, die Kids wür­den nur et­was „ab­spu­len“. Si­cher­lich hat­te dies da­mit zu tun, dass die Kin­der von Be­ginn an al­les selbst ge­macht hat­ten, dass es kein fer­ti­ges Stück war, das hier vor­ge­führt wur­de.

„Ler­nen ist im­mer auch ein kom­mu­ni­ka­ti­ver Pro­zess,“ sagt der Tanz­päd­ago­ge Prof. Tho­mas Heu­er. „Ich ge­he, al­so bin ich, ich be­weg mich im Raum, in mei­ner Um­welt, al­so bin ich, denn oh­ne die Re­So­nanz der Um­welt kann ich nichts über mich er­fah­ren und auch kein Den­ken ent­wi­ckeln.“ Al­lei­ne im alt­her­ge­brach­ten Fach­un­ter­richt kön­nen Kin­der we­der ih­re krea­ti­ven Po­ten­tia­le, noch die Fä­hig­keit ent­wi­ckeln, die un­se­re Ge­sell­schaft von ih­rem Nach­wuchs er­war­tet. So­zia­les Ver­hal­ten, die Ak­zep­Tanz des an­de­ren, To­le­ranz, Fle­xi­bi­li­tät, Mo­bi­li­tät und die Mo­ti­va­tion für le­bens­lan­ges Ler­nen.

„Die Schü­ler ma­chen die Mu­sik, die je­der ma­chen kann,“ er­klärt der Kom­po­nist Prof. Klaus Feß­mann, klopft da­bei auf die Tisch­plat­te, schlägt sich mit der fla­chen Hand im Puls auf die Brust. „ So er­fah­ren sie ih­ren ei­ge­nen Kör­per auf ei­ne ganz an­de­re Art, als Klang-Kör­per, als Klang, den man so­fort fühlt und spürt, ler­nen Mu­sik als neue Aus­drucks­form, neu­er Um­gang mi­tein­an­der und die Mög­lich­keit, mit den Klän­gen und Rhyth­men in al­len an­de­ren Fä­chern al­les zu ler­nen.“

Wir bil­den die Sin­ne der Kin­der aus, ih­ren Hör­sinn im Fach „Re­So­nanz“. Dort, wo es so­niert, wo es klingt, bil­den und bau­en wir an die­sen Klän­gen, ih­ren Ar­ten,wenn ge­sun­gen, ge­trom­melt, ge­spro­chen wird, ih­ren Qua­li­tä­ten, wenn schnell, lang­sam, laut und lei­se ge­spielt wird, ih­rer Kraft, wenn wir ein­zeln oder zu zehnt tö­nen. So ent­steht aus dem Klin­gen ein Wi(e)der­klin­gen, aus der So­nanz ei­ne Re­So­nanz, und wir spü­ren uns ein in die­se Spra­che der Mu­sik, die je­der ver­ste­hen kann, dort wo er Sin­ne da­für hat.

„Es ist bes­ser mit tö­nen zu le­ben, als mit Trit­ten,“ mein­te Bülan. Und Eme­re fügt hin­zu: „Ich erin­ne­re mich am liebs­ten dar­an, als wir mit Klat­schen und Schnip­sen den Rhyth­mus ge­macht ha­ben. Es wird dir ganz warm, und du kannst bes­ser rech­nen. Ich mach jetzt Kopf­rech­nen mit Rhyth­mus.“

Und so en­de­te die ers­te Auf­füh­rung in der Phil­har­mo­nie in Es­sen mit dem Song: „Wir sind die coo­len Kids aus Es­sen und wir wol­len heu­te die Schu­le ver­ges­sen !!“